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9. Februar 2021

"Mir egal, ob das Kind stirbt, ich muss zur Arbeit!" Über die Agressivität in Deutschland

Rettungskräfte werden zu einer Kita gerufen, weil ein Kind zusammengebrochen ist. Dort angekommen können die Rettungssanitäter als letztes Mittel nur noch reanimieren. Das bedeutet Sauerstoffzufuhr und Herzdruckmassage. Bei einem 18 Monate alten kleinen Kind muss man aufpassen, dass man ihm nicht den Brustkorb dabei zerdrückt. Das muss man können und man braucht neben voller Konzentration und Schnelligkeit auch die Extraportion Glück.

Das alles schert aber einen Passanten nicht, der durchdreht, weil das Rettungsfahrzeug ihn eingeparkt hat. Neben Pöbelattacken gegen die Sanitäter tritt er einen Seitenspiegel am Auto ab und brüllt: "Verpisst euch, ich muss zur Arbeit. Mir doch egal, wer hier reanimiert wird!"

Das Schockierende hinter diesem Schockierenden: In Deutschand ist so etwas nichts Neues.

10. Dezember 2020

Zalando-Co-Chef Ritter tritt zugunsten seiner Frau beruflich zurück - mein Standpunkt zur Geschlechterdebatte

Heute früh kam die Meldung, dass Zalando-Co-Chef Rubin Ritter zugunsten der Karriere seiner Frau beruflich zurücktritt. Tatsächlich sind solche Entscheidungen - Mann für Familie, Frau macht Karriere - nicht die Mehrheit, aber auch nicht mehr die alleinstehende Ausnahme. Ritter steht nur mehr in der Öffentlichkeit und auf einen hohen Posten. Dafür sind die Diskussionen über Männer- und Frauenrollen voller Klischees und Generalisierungen.

30. Mai 2020

Warum die Demokratien erodieren - Eindrücke aus einer psychologischen Praxis

Dass autoritäre Systeme sich entwickelt haben, ist kein Geheimnis. Dass Institutionen vor der Verrohung in der Gesellschaft warnen oder sie schon beklagen auch nicht. Dass Wut auf den Staat herrscht ebenso nicht. Was nie richtig Aufmerksamkeit bekommt, ist ist tagtägliche Situation vieler Arbeitenden unter der Verantwortungslosigkeit ihrer Entscheidungsträger. Doch genau diese sind gefährlich für die Demokratie.

11. März 2019

Die ungeschminkte Wahrheit: Stress am Arbeitsplatz kann töten

Stress am Arbeitsplatz kann töten. Wir alle kennen Japan und sein Phänomen karoshi (過労死), Tod durch Überarbeitung. Gemeint ist Tod durch Schlaganfall oder Herzinfarkt, ausgelöst durch Stress auf der Arbeit. In Südkorea heisst es kwarosa (과로사, 過勞死), in China guolaosi (过劳死).
Das Phänomen existiert nicht nur in Asien.

120.000 Todesfälle am Arbeitsplatz wegen Stress verzeichnet die USA jedes Jahr. Pro Jahr kostet Stress als Krankheitserreger den dortigen Krankenkassen rund 190 Milliarden Dollar. Das sind 162.731.000.000 Euro. Sind diese Verhältnisse auch bei uns denkbar? Jetzt gibt es wissenschaftliche Antworten!

17. November 2018

Schöpfe dein Potential voll aus - warum das ein Fehler ist

Dennis Hof war schon vieles: Eigentümer einer Tankstelle, Betreiber eines Bordells und TV-
Sternchen. Und jetzt bei den gerade vergangenen Midterms-Elections in USA hat er als Republikaner gegen die Kandidatin der Demokraten mit Zweidrittelmehrheit (etwa 63 Prozent) gewonnen. Jetzt sitzt er im Unterhaus im Bundesstaat Nevada. Dennis Hof hat also sein Potential gut genutzt. Nur schade, dass er dabei tot war.

Über unser Potential und warum das problematischer ist als gedacht. Auch wenn wir nicht tot sind.

14. Mai 2018

Glücklich im Job – hab ich eine Chance auf so was?

Der perfekte Job:
Wo findet man ihn?
Gibt´s den perfekten Job? Meine Antwort ist: „nein, es gibt ihn nicht. Aber es gibt für jeden Job den perfekten Menschen!

Bin ich dieser Mensch oder bin ich das nicht? Die Antwort ist entscheidend für die eigene Arbeitszufriedenheit und Lebensqualität. Aber wie findet man die Antwort?

Die Psychologie kennt einige wichtige Entscheidungskriterien:

25. April 2018

Wie funktioniert eine Krise? Wer es weiss, kommt besser klar!

Krise kann überall sein: Finanzkrise, Schuldenkrise, Beziehungskrise. Persönliche Erlebnisse wie Scheidung, Tod eine nahesetehenden Menschen, lösen Krisen in uns aus. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie verlaufen nach einem bestimmten Muster.

4. November 2017

Der eigenen Berufung folgen, wenn einem der Job ankotzt

"Diese Arbeit macht mich krank!" Dieser Ausruf kommt uns Deutschen selten über die Lippen, wird aber um so mehr gefühlt. Das hat ernste Folgen für die Gesundheit. Es gibt eine interessante Untersuchung zu diesem Thema. Hier die Einblicke:

2. Juli 2017

Depression - wann outen?

A clock with a 24-hour dial.
A clock with a 24-hour dial. (Photo credit: Wikipedia)
"Ich warte nur auf den richtigen Zeitpunkt". 
Wir alle kennen den Satz. Wir wollen etwas Wichtiges mitteilen. Etwas sehr Wichtiges, vielleicht auch etwas Heikles, wie: 
  • "Du, da bei dem Urlaub ist was dazwischen gekommen, ich kann doch nicht mit!"
  • "Du, mit uns ist es ja schon längere Zeit sehr holprig. Auf der letzten Dienstreise hab ich jemand kennen gelernt"
  • Oder: "Ich möchte mit Ihnen über mein Gehalt / Arbeitsvertrag / Arbeitszeit / Aufgabe hier reden"
All das sind Themen, die nicht einfach zwischen Tür und Angel abgehandelt werden können. Es braucht den richtigen Augenblick. Und auf den warten wir. Wir machen aber auch die Erfahrung: Auf den richtigen  Augenblick kann man lange warten. So ist es auch mit der Frage "wann oute ich mich" - mit einer Depressionsdiagnose.

29. April 2017

Zum 1. Mai: Konflikte am Arbeitsplatz - 5 Tipps, wie man sich das Leben leichter macht

Konflikte sind nur deshalb zermürbend, weil wir ihre Nachwirkungen länger mit uns herumtragen, als die aktuelle Konfliktlage dauert.
  • Der Streit mit dem Kollegen ist längst zu Ende, die Türen sind geschlossen und jeder ist mit eisigen Schweigen in sein Büro zurück. Die Streitphase ist vorüber, trotzdem sind wir immer noch auf 180.
  • Das Sticheln und die Bloßstellung durch den Chef hat ein Ende durch das Ende der Sitzung. Trotzdem fühlen wir uns, auch ohne dass der Chef noch im Raum ist, weiterhin gedemütigt.
Es fällt uns schwer, umzuschalten. Als Folge davon haben wir mehr Probleme, länger andauernde belastende Gefühle und mehr Verletzungen als es der Situation geschuldet ist. Schlimmstenfalls kriegen unseren Groll dann diejenigen ab, die es überhaupt nicht verdient haben: Unsere unbeteiligten Freunde, Partner oder Familie.
Deshalb hier ein paar Tipps, wie man sich das Leben leichter macht:

22. November 2016

Vier falsche Mythen Stress und vier Konsequenzen für Verantwortliche

Dass Stress krank machen kann, darüber braucht man eigentlich nicht mehr diskutieren. Die WHO-Berichte sind eindeutig. Wie Stress krank man, darüber existieren nur immer Vorurteile. Die vier weitverbreitetsten finden Sie hier. Plus: Welche Konsequenzen wer daraus ziehen müsste.

16. Oktober 2016

Wer durch die Hölle will, muss verteufelt gut fahren. Führen in Krisenzeiten

Krisen treten regelmäßig auf im Leben. Sowohl privat als auch für eine Firma. Was jedoch die Spreu vom Weizen trennt, ist die Art und Weise, wie wir mit Krisen umgehen. Im Unternehmen speziell, wie Führungskräfte mit den Krisen umgehen. Worauf es ankommt, können Sie hier lesen.

17. September 2016

Sinn in der Arbeit Teil 2: Was können Führungskräfte tun?

Was macht Arbeit zu einer sinnvollen Arbeit? Aus der Forschung wissen wir, dass Führungskräfte damit etwas zu tun haben. Was genau, das zeigt der folgende Artikel.

11. September 2016

Sinn in der Arbeit? Teil 1: Der Leistungsbooster!

Macht meine Arbeit Sinn? Und wenn ja, welchen? Was in den Marketing- und PR-Abteilungen längst der Fall ist, eine Antwort auf die Frage, welchen Sinn das Unternehmen und seine Dienstleistung und Produkte für die Geselslchaft hat, zu finden, wird im konkreten Arbeitsalltag noch unterschätzt. Dabei ist die Psychologie schon weiter.

10. Juni 2016

In sieben Schritten zum Burn-Out

©panthermedia.net/Sergio Hayashi
burnout ist immer wieder in den Schlagzeilen. Es ist tatsächlich ein großes Problem, das für unsere Berufswelt und unser privates Leben äußerst relevant ist. Es richtet einen immensen Schaden an, für Firmen und - das ist für den Einzelnen gravierender - in der eigenen Biographie. Burnout kann ein ganzes Leben zum Entgleisen bringen.

Aber wie entsteht burnout? Kann ich etwas dagegen tun? Ja!

Das Schlechte daran ist: Ich kann auch etwas dafür tun, damit ich ein burnout bekomme. Hier ein Anleitung:

7. Mai 2016

Diese Berufe machen depressiv

Montagsblues
Besonders montags fällt es uns schwer, etwas Positives am Arbeiten zu finden. Laut einer amerikanischen Studie dauert es im Durchschnitt zwei Stunden und 16 Minuten, bis wir wieder im Arbeitsalltag angekommen sind. Bei Menschen ab dem 45. Lebensjahr dauert es sogar noch zwölf Minuten länger. Doch es gibt nicht nur den Montagsblues: Manche Berufsgruppen laufen besonders stark Gefahr, an einer echten Depression zu erkranken...

3. Mai 2016

Humankapital - ein Unwort und die deutsche Unternehmenskultur

Humankapital war mal Unwort des Jahres. So wie Wohlstandsmüll, Entlassungsproduktivität, Tätervolk, Ich-AG etc. Meinem Eindruck nach kommen viele Unwörter aus der Ökonomie. Wieso eigentlich? Und selbst wenn ein "Humankapital" in einer kapitalistischen Wirtschaft eigentlich was Gutes und Zentrales wäre, wieso handeln dann die Entscheidungsträger nicht danach?


Humankapital degradiert nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen. Bereits 1998 hat die Jury Humankapital als Umschreibung für die Aufzucht von Kindern gerügt. Aktueller Anlass ist die Aufnahme des Begriffs in eine offizielle Erklärung der EU, die damit die «Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie das Wissen, das in Personen verkörpert ist», definiert (August 2004)

so die Jury damals.Wie soll man denn als Mensch reagieren, wenn man als "Humankapital" angesprochen wird. Vielleicht genau so wie der Kunde, wenn der Verkäufer ihn als "Geldautomat" anspricht? Nicht sonderlich intelligent, so etwas, oder?

Irrtümer hinsichtlich der Art, wie Führung von Menschen funktioniert, gibt es zuhauf. Das Ergebnis für Deutschland sieht man auch regelmäßig in Studien.

Schon wieder so eine Umfrage:


Zum Thema "teuer" gibt es ein paar Berechnungen:



Solche Ergebnisse sind inzwischen so regelmässig wie die Weihnachtskarte vom Autohändler.


Und ebenso reflexartig poppt in meinem Gehirn eine Frage auf:

Wenn seit Jahren in den Vorstellungsgesprächen Flexibilität und Leistungsbereitschaft eine Voraussetzung für inzwischen jeden Job ist, wieso passiert auf den Entscheiderposten bei diesem Thema so wenig?


Natürlich erfolgt, fragt man das einmal bei offiziellen Veranstaltungen, ebenso reflexartig die Beteuerung der Anwesenden, bei ihnen sei das nicht so. Das Problem gäbe es - wobei manche auch regelmässig solche Untersuchungen anzweifeln (= wo kein Problem, da brauchts auch kein Engagement) - aber das haben die anderen (= wo kein Problem, da brauchts auch kein Engagement).

Es ist diese Haltung des "es kann nicht sein, was nicht sein darf" ist es, die mich immer mit Skepsis auf Unternehmen blicken lässt. Zu oft hat sich herausgestellt, dass so viel heisse Luft und so wenig Substanz da ist.

Reden statt Handeln scheint ein generelles Problem deutscher Wirtschaft zu sein, oder?

Es gibt auch regelmässig die Meldung, dass die deutschen Wirtschaftslenker wieder einmal eine bahnbrechende Entwicklung verschlafen haben und in letzter Sekunde auf den Zug aufgesprungen sind, der gerade den Bahnhof verlässt und in Zugswang geraten. Nur ein paar Beispiele:


der Computer - eine deutsche Erfindung. Wer ihn massentauglich entwickelt hat, waren andere.



das Fax - eine deutsche Erfindung. Wo waren / sind die Deutschen führend in der Faxvermarktung?



Digitalisierung? Oh weh, hier ein Zitat:
Die Deloitte-Studie „Digitalisierung im Mittelstand“ zeigt: Drei Viertel der  mittelständischen Unternehmen meinen, Digitalisierung ist zur Zeit der industrielle Megatrend. Sie selber beurteilen sich jedoch als „gering“ digitalisiert. Gleichzeitig hat kaum ein mittelständisches Unternehmen Veränderungsziele diesbezüglich.


Wir reden hier über Kommunikationstechnologien, die weltweit Auswirkungen haben / gehabt haben. Irgend ein CEO hat mir mal gesagt, der Unterschied zwischen einem Amerikaner und einem Deutschen ist:

Wenn eine neue Erfindung gemacht wird, sagt der Deutsche: "Schauen wir mal, was daraus wird." Der Amerikaner sagt: "Schauen wir mal, was wir daraus machen können."


Quellen:

  • hier die Quelle über die Deloite-Studie
  • hier das Zitat zum Unwort des Jahres



21. November 2015

burnout oder: warum Ackermann und Middelhoff längst nicht mehr wichtig sind


Burnout hat als Volkskrankheit der Engagierten anstelle der Engagierten Karriere gemacht. Doch der Wind dreht sich. Ausgebrannte Führungskräfte und erschöpfte abhängig Beschäftigte gelten nicht mehr als Helden. Trotzdem ist eine gewisse Schizophrenie im Umgang mit dem Phänomen zu beobachten. Und das verhindert, dass es besser wird.

7. September 2015

Haben Depression und Arbeitsplatz einen Zusammenhang? Hier die Fakten!

Zuerst ein paar Daten zur Einstimmung:
  1. Eine depressive Episode verursacht im Durchschnitt 36 Fehltage.
  2. Fast ein Drittel aller Manager sehen keinen Anlass, Richtlinien oder Unterstützung für die Mitarbeiter, die von Depression betroffen sind, anzubieten.
  3. Fast die Hälfte der Manager wünscht sich Gesetze und bessere Strategien, die die Mitarbeiter besser schützen.
Psychische Themen kommen so langsam ins Bewusstsein in Unternehmen. Das führt oft zu widersprüchlichen Aussagen nebeneinander, wie es Punkt 2 oder 3 exemplifizieren. Folgen Sie mir zu einem kleinen, aber signifikanten Ausschnitt aus der Forschung:

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