4. November 2017

Der eigenen Berufung folgen, wenn einem der Job ankotzt

"Diese Arbeit macht mich krank!" Dieser Ausruf kommt uns Deutschen selten über die Lippen, wird aber um so mehr gefühlt. Das hat ernste Folgen für die Gesundheit. Es gibt eine interessante Untersuchung zu diesem Thema. Hier die Einblicke:
Michele Gazica and Paul Spector, Psychologen an der Universität von Sott Caroline, publizierten die Ergebnisse einer neuen Untersuchung mit 378 Akademiker an 36 Universitäten quer durch USA zum Thema Berufung und Gesundheit.

Berufung wurde dabei definiert als etwas, wozu sich jemand hingezogen fühlt, was ihm intrinsischen Genuss gibt, als sinnvoll sich zeigt und als zentraler Teil der eigenen Persönlichkeit angesehen wird. Untersucht wurde, wie dies mit Themenfeldern wie Engagement, Lebenszufriedenheit, physische Gesundheit, psychologischer Distress etc... zusammenhängt

Das Ergebnis:


Menschen, die ihrer Berufung folgten, erreichten in diesen Themenfeldern höhere Werte als die anderen. Was nichts anderes bedeutet, als dass eine Berufung, der Glaube an ein ein höheres Ziel, an eine persönliche Bestimmung, zu einem erfüllten Leben erheblich beiträgt.


Allerdings nur unter einer Voraussetzung:



dass man seiner Berufung auch folgen kann.



Sonst passiert genau das Gegenteil: Man nimmt Schaden an seiner Persönlichkeit.

So zeigte die Studie auch, dass Menschen, die der Überzeugung waren, sie hätten eine Berufung, der sie aber nicht folgen könnten, psychisch und physisch kränker waren als diejenigen, die glaubten, ihr aktueller Job deckte sich mit ihrer Berufung oder so etwas wie eine Berufung gäbe es gar nicht.

Die beiden Wissenschaftler leiteten daraus auch ein paar Ratschläge für die Arbeitenden ab:



Wo statt persönliche Entwicklungsmöglichkeiten Routine und zweckgebundene Arbeitsergebnisse ohne Wertschätzung gewünscht werden, ist Frustration und ein Auf-der-Stelle-Treten auf der Karriereleiter vorprogrammiert.



Alle, die der Überzeugung sind, es gehe ums Funktionieren statt um sinnvolles Arbeiten, gehen damit gesundheitliche Risiken ein.



Falls eines oder beide Beschreibungen auf einem selbst zutreffen, sei es das Beste, den Job zu wechseln.



Was aber, wenn die eigenen finanziellen oder persönlichen Fähigkeiten das nicht hergeben?


Dann hilft es, seiner Berufung eben in der Freizeit zu verfolgen, so die beiden Wissenschaftler.


Anders ausgedrückt: Der Schwachsinnsjob ernährt mich oder deckt meine Fixkosten. Das richtige Leben findet aber woanders statt und genau da bekomme ich meine Energie.


Nicht nur, dass man mit einer solchen Einstellung die eigene berufliche Deformation verhindern kann, der eigene dumme Job erscheint einem nicht mehr so schrecklich, sondern als etwas, mit dem man sich arrangieren kann.

Fazit:

Vielleicht ist das nicht das, was Sie hören wollen, wenn Sie in einem besch…Job feststecken und gezwungen sind, wegen Geld  Dinge zu tun, die psychischen Brechreiz auslösen. Andererseits zeigen die Fakten, dass es einfach leichter wird, seinen eigenen Weg zu verfolgen, wenn man nicht mehr ständig gegen den Job ankämpfen muss, der einen widerwärtig vorkommt.

Man muss nicht seinen widerwärtigen Job lieben, damit man nebenher seiner inneren Berufung folgen kann.
Man kann beides tun:
Seinen Job hassen und zugleich parallel seiner inneren Bestimmung folgen. Wer weiss, dass der Job nur dazu da ist, um Rechnungen bezahlen zu können, dem kann vieles, was anderen sonst zusetzt, nicht kratzen. Es kommt der Gehaltscheck. Das genügt. Ansonsten lebe ich mein Leben.


Quellen:

  • die hier angesprochene Studie gibt´s hier

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