18. November 2017

Grübeln macht krank - was kann man dagegen tun?

Grübeln, denken, immer wieder im Kopf wälzen
Grübeln haben wir alle sehr gut gelernt. Es dient uns oft (unbewusst) als Methode, um mit unseren Sorgen fertig zu werden.

Dumm nur, wenn das Grübeln auch dann weitergeht, wenn es zu gar keinen Ergebnis führt.

Spätestens wenn man sich im Kreis dreht, kann es auf Dauer gefährlich werden. Denn vom Grübeln kann man psychisch Schaden erleiden.

Aber wie kommt man aus der Grübelfalle?

Fakt: Multitasking macht dumm!

Die Gehirnforschung sagt, dass, je mehr man gleichzeitig tut, die Gesamtleistung des Gehirns sich verringert. Schlagzeilenartig gesagt: Multitasking macht dumm! Mit Grübeln verhält es sich ebenso. Beim Grübeln sind wir nicht bei der eigentlichen Sache, sondern im Kopf woanders. Grübeln bedeutet, keine Lösung zu generieren, sondern immer nur die selben Ansichten und Probleme zu wältzen.

Grübeln ist nachgewiesenermaßen ein wenn nicht der bedeutende Faktor, dass sich psychische Belastungen wie Depressionen nicht bessern oder es zu einem Rückfall kommt. Grübeln ist belastend, raubt den Schlaf, sorgt für Unkonzentriertheit und schädigt als permanentes Sorgenkarussell dsa Immunsystem. Grübeln ist etwas höchst Gefährliches.


Woran erkenne ich, dass ich grüble

Was Grübeln vom Nachdenken unterscheidet ist, dass die Fragen, um die sich das Grübeln dreht, keine Antworten zulassen.

Eine Frau bringt ihr Kleines zum Kindergarten. Anstatt wie sonst von den bereits anwesenden Müttern, die noch auf einen Schwatz zusammenstehen, ausführlich begrüßt zu werden, bekommt sie diesmal nur wenig Aufmerksamkeit. Und schon geht es bei ihr los: "Ist was mit mir? Mögen die mich nicht mehr? Warum nur? Was hab ich falsch gemacht? Hätte ich letzte Woche zu xy das nicht so sagen sollen? Hat sie sich verletzt gefühlt? Dabei habe ich doch nur ..."


Auf solche Fragen gibt es keine echten Antworten. Denn gesetz dem Fall, unsere Probandin würde sich bei den anwesenden Frauen nach dem Grund ihres Verhaltens erkundigen ...

Kann sie sicher sein, dass die Antworten die Wahrheit wiederspiegeln oder nur das, was man unter political correctness versteht? Oder ein Mischung aus beidem? Oder hat ihr vielleicht sogar eine die Unwahrheit gesagt?
Kann sie zu 100 Prozent sicher sein?


Die Antwort lautet immer: sie kann es nicht. Und sogleich wäre das ein weiterer Grund, weiter zu grübeln. Eine Endlosschlaufe!

Wer grübelt, grübelt immer weiter

Beim Grübeln bleibt immer die Frage: "Was wäre wenn ....?" Und alles nach dem "wenn" wird von der Phantasie angetrieben und die ist bekanntlich unbegrenzt. Deshalb ist Grübeln so etwas wie ein perpetuum mobile. Es treibt sich immer selbst weiter.

Grübeln ist quälend

Auf Fragen keine Antwort zu finden und Probleme keiner Lösung zuführen zu können, ist frustrierend. Bei wichtigen Fragen ist es sogar quälend. Je mehr wir grübeln, desto länger sind wir mit unangenehmen Gefühlen konfrontiert: mit Ärger, Frust, Wut, Resignation, Hilflosigkeit. Es wird nichts besser. Im Gegenteil. Grübeln sorgt dafür, dass wir mit den unangenehmen Dingen weiter verhaftet bleiben. Wer grübelt, kann nicht loslassen.

Gegen Grübeln ist nur EIN einziges Kraut gewachsen: Aufhören.

Allerdings ist das nicht so einfach, hat sich das Grübeln doch meist über einen längeren Zeitraum eingeschlichen und als Gewohnheit etabliert. Manche habe es auch durch die Erziehung aufgenommen.

Hier drei Methoden gegen das Grübeln.

  1. Aufmerksamkeit bündeln
    Konzentrieren Sie sich bewusst auf bestimmte Einzelheiten in Ihrer Umgebung. Das bringt die eigene Person und die Grübelthemen aus den Focus. Statt mit sich selbst zu beschäftigen, beschäftigt man sich mit etwas anderes. Wenn sich die Grübelgedanken irgendwann zurück melden, ist das normal und hängt mit der Aufmerksamkeitsspanne zusammen. Dann einfach wieder zurück mit der Aufmerksamkeit zu dem aus Ihrer Umgebung.
  2. Distanzierung
    Das Problem ist, dass wir glauben, das, was wir denken, sei wichtig. Ist es meist nicht. Und wissen Sie warum? Weil die Forschung herausgefunden hat, dass es sich beim Grübeln immer um die selben Gedanken handelt. Und das nicht nur heute. Morgen wiederholen sich die Gedanken. Und übermorgen auch. Also entgeht uns heute nichts Wichtiges, wenn wir uns von unseren Gedanken distanzieren, denn morgen werden wir sie wieder denken. Wir können sie also genau so gut sein lassen.
  3. Sich selbst beim Denken bedenken
    Auch das ist eine Art Distanzierung. Sobald der Gedanke kommt, kann ich ihn benennen: "Ich denke gerade, dass ..." Oder wie eine Art beschreibender Kommentar "denken, denken, denken" im Kopf sagen. Mit der Zeit stellt sich dadurch ein Automatismus ein, wie wenn sich ein interner Beobachter etabliert. Damit ist man nicht mehr mit seinen Gedanken identifiziert, sondern ist einen Schritt zurückgetreten. Man sitzt nicht mehr im sich drehenden Gedankenkarussel.
Gewohnheiten ändern sich nicht von heute auf morgen.

In der Verhaltensforschung geht man davon aus, dass es im Schnitt ungefähr 60 Tage dauert, bis aus einem Tun eine Gewohnheit geworden ist. Natürlich hängt es von vielen anderen Dingen als nur der Dauer ab: Häufigkeit, Durchhaltevermögen, Engagement, Motivation etc.

Das alles ist eigentlich ein Witz

Es ist ein bisschen wie in dem alten Witz, bei dem in New York ein Einheimischer von einem Passanten angesprochen wird:
"Wie komm ich hier zur Carnegie Hall?"
Und der Einheimische antwortet: "Durch viel Üben."

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