3. August 2014

gender mainstreaming: Kindererziehung und andere Katastrophen

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Original image description from the Deutsche Fotothek: Deutsch: Kinderkrippenkinder beim spielen an Tischen unter Anleitung von Erzieherinnen (Photo credit: Wikipedia)
Gender mainstreaming ist nicht relevant für die Leute, die bei mir sind. Zum Glück, würde ich sagen, denn bislang erziehen die, die ich kenne, ihre Kinder eher anhand ihrer Persönlichkeit, anstatt nach bürokratischen Vergaben aus Brüssel oder anderen Verwaltungsorganen.
Wie immer man gender mainstreaming definiert, in der Praxis handelt es sich doch um etwas, mit dem sich eher der öffentliche Dienst, die Verwaltungen und andere von Steuergelder regelmäßig Subventionierte beschäftigen.

Als jemand, der sein eigenes Geld erwirtschaften muss, hat man wenig Zeit für solche Dinge - bis dann eine Klientin sich Luft macht.

Was passiert, wenn Erzieherinnen keine echten Probleme haben

Die junge Alleinerziehende in meiner Praxis wusste jetzt nicht, ob sie sich nun ärgern oder das Ganze als geistigen Blödsinn abtun sollte. Aus ihrem gender-mainstreaming-korrekten Kindergarten hatte sie Post bekommen - mit der Anrede "Liebe Eltern" (deswegen war sie zwar nicht bei mir, aber das war in ihrer Situation wohl der Tropfen, der das schon volle Fass zum Überlaufen brachte und sie musste es in einer Sitzung einmal loswerden).

Was daran so echauffierend war? Die dortigen Pädagoginnen hatten folgendes Problem: Früher hieß es immer "Liebe Mutti", aber jetzt hatte das gender-mainstreaming-Elternprojekt des Kindergartens die Idee, dass sich ja Väter auch engagieren und man deshalb eine gender-korrekte Anrede in den Briefen bräuchte (so etwas gilt dort anscheinend tatsächlich als Problem).

"Lieber Vati, liebe Mutti" war den Erzieherinnen psychologisch zu problematisch, denn Väter zuerst zu nennen, war bei den politisch korrekten Erzieherinnen ausschließlich Audruck eines patriachalen Dominanzdenkens (Oh Mann, so wie es bei mir rüberkam, hatten diese Frauen definitiv Probleme!).

Wenn Frauen zuerst genannt würden, dann wäre das zwar ok (warum überrascht einem das jetzt nicht?). Aber, so der Einwand, so hintereinander "Liebe Mutti, lieber Vati" zu schreiben, betone doch zu wenig das gemeinsame Engagement. Das wäre doch viel besser mit nur einem Begriff ausgesagt. Und so fand man "Liebe Eltern" als pädagogisch die wertvollste Lösung. Das war die offizielle Begründung der Leiterin.

Als meine Erzählerin fragte, warum sie als Frau und Alleinerziehende nun als "Eltern" angeredet wurde - hat man den pluralis majestatis wieder eingeführt? -  antworteten die gender-mainstreaming-korrekten Erzieherinnen, dass Eltern natürlich alle meinen, also auch die Haushalte, in denen gar keine Eltern sind.

...?
Jo.
Aha.
Echt jetzt?

Auf einer Skala von 1 bis 10 - wie intelligent muss man sein, um im Kindergarten eine Stelle zu bekommen?

Merken Sie was? Solche Ideen kann man sich nur leisten, wenn man regelmäßig von Steuergeldern lebt. Ich habe (leider nur) eine Praxis, das heißt, zu mir kommen Leute mit echten Problemen. Wir müssen an Lösungen arbeiten, anstatt an komischen Gedankengebäuden.

Der immer so viel diskutierte Unterschied

Dass Jungen und Mädchen unterschiedlich sind - und das nicht nur körperlich - kriegt jeder mit, der selber Kinder im eigenen Haushalt hat und nicht völlig ignorant ist. Jetzt kann man mit dieser Tatsache unterschiedlich umgehen. Die einen sagen, Unterschiedlichkeit ist kein Problem, sondern sogar wünschenswert. Andere wollen das partout nicht so sehen. Solche Menschen hängen an das Wort "Unterschiedlichkeit" immer ein Preisschild dran, worauf steht: Das ist ungerecht!

Als Thailand ertrank

Als vor ein paar Jahren Bangkok in der Flut absoff, war das eine kitzlige Angelegenheit. Was hier nämlich keine einzigen Nachrichtensendung brachte: Durch den um viele Meter gestiegenen Wasserpegel hatte es über 600 Krokodile aus den Farmen ins Freie geschwemmt.
Ich war damals vor Ort und diese Nachricht machte den Gang zum Supermarkt durch knietiefes Wasser zu einem adrenalinreichen Geschehen.

Was aber weitreichendere  Folgen hatte: flächendeckend wurden sehr viele Frauen schwer krank, bis die Regierung reagierte und für latzartige Gummihosen warb. Wieso?

Flutwasser ist alles andere als chemisch reine Flüssigkeit. Und Wasser, das durch zig Meter Schlamm, Dschungel, Abwasserkanäle, tropische Vegetation, Müllhalden und pestizidgetränkten Boden geflossen war, schon gar nicht.
Und Wasser dringt überall ein!

Es gelangte auch durch die Vagina in den weiblichen Körper. Das Resultat: reihenweise schlimme Erkrankungen von Frauen und meist konnte man medizinisch gar nicht sagen, was es war.
Besonders traf es natürlich diejenigen, die anderen halfen. Denn sie waren dem Wasser mehr ausgesetzt als andere.

Männer dagegen hatten das Problem nicht. Aus biologisch nachvollziehbaren Gründen. Deshalb waren es auch Männer, die an der vordersten Front kämpften.
Ich sah Männer, die eine Kette bildeten, um ihrem bloßen Körper als Damm zu benutzen, um die Strömung ein wenig zu verlangsamen, damit ihre Ehefrauen und Kinder sicherer waten konnten. Ich erlebte sie sich abrackern in Angesicht ihres Verlustes von ihrem Besitz oder ihres Geschäftes. Manche Situationen waren schier zum Verzweifeln.

Ich sah aber auch, dass Männer und Frauen Seite an Seite zusammenarbeiteten,  alle nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten. Niemand braucht im richtigen Leben die Nivellierung geschlechtlicher Unterschiede, es sind vielmehr die Unterschiede, die uns weiterhelfen.

Bkk war nicht die einzige Katastrophe, die ich erlebt habe. Ich habe aber immer auch gesehen, dass Menschen, egal welche, egal welches Geschlecht, Schulter an Schulter zusammen standen, jeder und jede an dem Platz, wo er oder sie am besten sein konnte und niemand empfand das irgendwie als diskriminierend.

Nicht alles ist für alle gleich gut

Ein New Yorker Magazin warb einmal für die Feuerwehr: mit einer Frau in voller Feuerwehr-Montur auf dem Cover (nicht, nicht in sexy Pose, sondern ernsthaft". Die Reaktion der Männer, mit denen ich geredet habe, war: Wenn eine Frau es schafft, mit 30 kg Ausrüstung in Atemmaske 28 Stockwerke hochzulaufen und dann noch einen Verletzten runter zu schleppen, kein Problem.

Nicht jede Arbeit ist für jedes Geschlecht gleich gut geeignet. Nur Leute, die einen sicheren Job haben, hinterm Schreibtisch sitzen, denken das, denn ihre Weltsicht schöpfen sie aus dem Raum, den ihr Büroalltag zur Verfügung stellt. Dafür mag gender mainstreaming reichen.

Sobald man aber als Frau das eigene Baby stillt, merkt man: Wenn das Kleine nachts schreit, weil es Hunger hat, muss man als Frau eben aufstehen. Und nur Büroleute und steuerlich Subventionierte kommen auf die Idee, jetzt die Natur als ungerecht zu betiteln.

Der Natur oder den Babys ist es egal, was Behördenunsinn und EU sich noch alles so zurecht denken. Gender mainstreaming, so wie es sich zeigt, ist etwas für Leute, die keine echten Probleme haben, zum Beispiel eben Kindergarten-Erzieherinnen.

Kommentare :

  1. Anonym23.8.14

    Ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu erwartender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge "learned helpnessless" und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung zu befürchten. Mangelnde primäre (besonders 0 - 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung. [Auch Migrantenkinder müssen das basale Denken in der jeweiligen Muttersprache beginnen zu lernen].
    (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5 - 6 Jahren (Gründe: Zunahme Krippe/Tagesmütter: 2006 ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro).
    Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache?
    Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014, ISBN 978-3-9814303-9-4]

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  2. Anonym1.9.14

    Eine sorgfältige Recherche hätte auf die beachtlichen Probleme der scheinbar alternativlos propagierten Krippe (Stresshormonausschüttung, Wachstumshormonreduktion infolge Schlafmangel, Zerstörung der für die frühkindliche Sprachentwicklung wichtigen
    Dyadenbindung an die Mutter, auf deren Stimme der Foet bereits ab der 20. Entwicklungswoche massiv fixiert ist) hinweisen können, wodurch z. B. mangelnde Stressresistenz und Angstbewältigung, Sprachentwicklungsstörungen (Lese- Rechtschreibstörungen) und auch ADHS teilweise zurückführbar sind. [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014, ISBN 978-3-9814303-9-4]

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