30. Oktober 2011

Boss gegen burnout - was kann ich als Vorgesetzter tun

Studien zum Thema burnout und Stress - und damit Leistungsabfall - weisen Fährungskräften eine Schlüsselrolle zu. Das führt zur Frage: Was kann ich als Führungskraft tun, damit meine Mitarbeiter nicht ausbrennen. Was kann ich überhaupt tun?


Meine Antwort ist: Ich kann das tun, was ich als Führungskraft auch sonst tun kann und tun muss:
Ursachen bekämpfen. Rahmenbedingungen gestalten. Entscheidungen treffen.

Ursache: äußerst große Leistungsbereitschaft
Grundsätzlich wollen die Leute gute Arbeit leisten. Und sie sind auch bereit, viel zu leisten. Wenn das bei Ihnen nicht der Fall ist, dann liegt das zumeist an zwei Ursachen.
  1. irgendwas oder irgendwer hat die Leute äußerst schwer demotiviert. Als Führungskraft haben Sie jetzt die Aufgabe, Nachforschungen zu betreiben, auch über sich selbst.
  2. derjenige, der diese Menschen eingestellt hat, macht seine Arbeit schlecht. Stellen Sie ihm die entsprechenden Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung (Training, coaching etc.) oder entbinden Sie ihn von der Aufgabe.
Ursache: Ständige Bereitschaft
Selbständige wie Leute ich, Freiberufler, Unternehmen leben mit ihrem mobile. Aber wer viel Leistung gibt, muss seinen Energiespeicher wieder auffüllen, sonst holt sich der Organismus rücksichtslos diese Auszeit selber - meist dann, wenn man es noch weniger brauchen kann als sonst schon.
Konkret heißt das: Urlaub ist Urlaub. Da sollen Sie Mitarbeiter in Ruhe lassen. Ihnen ist klar mitzuteilen, dass sie nur im äußersten Notfall kontaktiert werden - und das muss ich als Führungskraft auch knallhart durchziehen. Sonst ist es nur Geschwätz. Es gilt der Grundsatz: Wenn jemand in meiner Firma unabkömmlich ist, ist die Firma schlecht organisiert.

Ursache: Führungsstil und Denkverbote
Als Führungskraft prägt meine Art und Weise die Produktivität meiner Mitarbeiter. Eine ruhige persönliche Haltung ist hilfreicher und fördert Leistung besser als Hektik und unpersönliche vermeindlich sachorientierte Führung. Dazu gehört ein verantwortungsvoler Umgang mit den eigenen Ressourcen. Als Führungskraft kann ich mir zu lange Arbeitsausfälle nicht leisten. Ich kann mir das aber auch bei guten Mitarbeitern nicht leisten. (Für den Fall, dass jemand der Meinung ist, er habe keine guten Mitarbeiter: siehe oben Punkt 1 und 2)

Wenn Gesundheit ein Tabu ist, ist der Führungsstil defizitär

Die Anforderungen sind gewachsen, ganz klar. Mehr Tempo, höhere Ansprüche der Kunden, ein verschärfter Wettbewerb, immer komplexere rechtliche und verwatungstechnische Vorschriften ... wer glaubt, dass die Belastungen nicht vielfältiger geworden sind, verschließt seine Augen vor der Realität. Und wer als Führungskraft meint, das hat keine Folgen oder gesundheitliche Belastungen seien noch immer Tabu oder es gibt sie nur bei anderen, der ist sein Gehalt als Führungskraft nicht mehr wert.
Und wer nicht mehr drauf hat, als die Zahlen des Krankenstandes zu lesen, ist heute nicht kompetent für eine Führungsposition. Ich bin als Führungskraft weder dazu da, Tabus zu pflegen, noch die Realität zu verdrängen. Es ist mein Job, voranzugehen. Meine Leute können mir aber nur folgen, wenn sie nicht "fußkrank" werden.

Ursache: keine Selbstverantwortung
Eine gute Führungspersönlichkeit sagt den Mitarbeitern nicht, was sie zu denken haben, sondern dass sie zu denken haben. Sprich: jeder Mitarbeiter ist für seine gesundheitlichen Belange in erster Linie selber verantwortlich. Und hat auch seine Lebensführung entsprechend zu gestalten. Dazu gehört auch, dass das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz. Und dazu gehört auch, dass der Mitarbeiter seine Ideen dazu einbringt. Vorschläge, die zur guten Entwicklung eines Arbeitsklimas beitragen, dienen dem fachlichen OUtput und stehen im Dienst des Kunden. Genau wie die Verbesserung der Arbeitsabläufe oder der Produktion. Und außerdem gehört Gesundheit mit in die Evaluation der Produktivität. Und auch in die Weiterbildung der Mitarbeiter, sowie in meine eigene.

Ursache: Knopfdruck-Gedanken
Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen. Schon gar nicht, wenn eine Abteilung in der Vergangenheit gegensätzliche Erfahrungen machen musste. Es wäre ein Fehler, zu glauben, nur weil ich es als Führungskraft heute auf dem Meeting so proklmiert habe, ist es ab heute anders. Das wird nicht so sein!
Zudem ist ein offener Umgang mit dem Thema Gesundheit individuell und entsprechend unterschiedlich werden ihre Mitarbeiter damit umgehen. Halten Sie das nicht für Kritik, halten Sie es als das, was es ist: ein natürlicher Zustand.
Vertrauen zu Ihnen wächst mit der Kontinuität ihrer Handlungen. Als Führungskraft habe ich Sprunghaftigkeit und Unberechenbarkeit zu vermeiden, wie der Teufel das Weihwasser. Genau so wie die Ideologie, ich könnte durch eine Anweisung, eine kreative und motivierte Belegschaft kreieren. Nicht mal eine Überweisung am PC funktioniert mit einem Konpfdruck. es sind mehrere Mausklicks notwendig. Menschen funktionieren nie nach Mausklick.

Letztendlich zeigt sich Souveränität auch hier in ener Kombination aus Wissen und Können mit dem Eingeständnis der eigenen Grenzen. Wenn eine Führung auf diesen drei Säulen ruht, dann wird sie motivierte und leistungswillige Mitarbeiter anziehen und was das für Folgen hat, kann sich jedes Unternehmen nur wünschen.
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