7. August 2015

So schnell kann´s gehen - warum sich viele Menschen schwerer tun im Leben

Accident near Rodakino, Finikas, Nomos Rethymn...
Accident near Rodakino, Finikas, Nomos Rethymno, Crete, Greece (Photo credit: Wikipedia)
"So schnell kanns gehen" sagen Menschen, wenn sie von einem Unglück hören, das anderen widerfahren ist.

Der Satz hat etwas Zwiespältiges, denn obwohl er eine Wahrheit ausspricht, geht er mit nur zwei Konsequenzen einher: einem betroffenen Gesichtsausdruck des Sprechers und einem anschließenden business as usual.

Mit anderen Worten: wir lernen nichts daraus. Deshalb sind wir oft hilflos, wenn es uns selbst trifft. Hier ein Beitrag, wie wir es anders machen können.


"So schnell kanns gehen" - zur Illustration ein Video:



Segeln lernt man am besten bei schönen Wetter. Eine zusätzliche Crux in der therapeutischen Arbeit ist, dass Leute erst bei Sturm zu einem kommen (was nicht deren Schuld ist, sondern in der Natur der Sache liegt). Wenn dann noch die Einstellung dazu kommt, jetzt im Orkan könne man in maximal einer Stunde das komplette Segelprogramm durchhaben - besonders, weil man mit Hypnose arbeitet - dann wird es noch schwieriger für die Betroffenen.

Denn dann hat man drei Probleme:

  1. es herrscht Orkanstimmung, d.h. das Leiden ist groß
  2. es gibt oft wenig Segelerfahrung, also wenig bis keine trainierten und eingeübten Rückgriffe auf Ressourcen
  3. es soll trotz alledem alles ganz schnell und ohne viel Arbeit vorbei gehen, schließlich geht bei der Showhypnose auch alles ganz schnell
Punkt 3 verwechselt die Showregatta (Showhypnose) mit dem Powersegeln (therapeutische Hypnose). Erstere ist ein Event für Touristen an Jubiläumstagen, Powersegler dagegen gehen erst ab Windstärke 10 raus aufs Meer. Die einen sind Sonntagsbeilage, die anderen Kämpfer.

Punkt 2  verlangt Einsicht in die Tatsche, wo man steht. Was zuweilen eine ziemlich schmerzhafte Erkenntnis sein kann. Gerade in Hypnose. Denn das Unterbewusstsein kann einem schon einmal eine unschöne Wahrheit um die Ohren hauen. Es hilft aber nichts:

Wenn einem der Segellehrer sagt, man beherrsche die Wende noch nicht gut genug, dann sollte man das weniger als beleidigend als vielmehr als wichtige Info sehen. Und man sollte nicht glauben, man könne bei Windstärke 8 trotzdem rausfahren.

Punkt 1 wäre vorzubeugen, wenn wir mehr vorbeugen.

Deshalb hier ein paar Tipps, was zu unserer geistigen Grundausstattung eines jeden gehören sollte:

  1. Wissen darüber, wie Gefühle entstehen und wie sie gesteuert, abgeschwächt oder verstärkt werden können, sollte jeder haben
  2. Dieses Wissen sollte praktisch umgesetzt, d.h. geübt und regelmäßig trainert werden
  3. Ein aufmerksamer und achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper sollte Standart sein
  4. Körper und Psyche als Maschine zu betrachen, die zu funktionieren hat, sollte als veraltete und falsche Sichtweise beurteilt werden
  5. Sich verinnerlichen, dass Effizienz kein Kriterium für Gesundheit ist

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