29. September 2020

Corona: Die psychischen Folgen

Corona-Pandemie "Ein Viertel der Deutschen verlor gefühlt die Kontrolle über das eigene Leben",so lautet die  Überschrift eines Artikels auf msn. Es geht um die Corona-Pandemie und wie bei allen Krisen oder Schicksalschlägen ist die Pandemie keine Ausnahme: Die psychischen Folgen dauern länger als die physischen. 

Natürlich kann man etwas tun, aber eine Studie zeigt, welche Fehler dabei gemacht werden.

 

Laut der Studie des Axa-Versicherungskonzerns haben seelische Leiden durch Corona in Deutschland zugenommen. Die Prognosen über die Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft, die der Deutschland - Chef von Axa in dem Artikel darauas zieht, sind jedenfalls nicht gut, denn mehr Traurigkeit, mehr Depression, mehr Unsicherheit werden in Zukunft Folgen haben.

Das Handelsblatt hat eine Grafik zu ausgewählten Daten der Studie geliefert. Sie zeigt auch eines: 47% der Deutschen gab an, von online-Hilfen für die pschische Gesundheit noch nichts gehört zu haben, 46% hätten davon gehört, aber nicht genutzt. Nur 8 Prozent nutzten sie. Lassen die Deutschen einfach Chancen verstreichen?

Dass Patienten eine lange Wartezeit haben, bevor sie einen Psychotherapeuten sprechen können, ist bekannt. Auch ist die Wirsamkeit von Online-Therapie-Angeboten belegt. War bislang es für Kassentherapeuten nicht möglich, online Therapie anzubieten, so dürfen sie jetzt 20 Prozent ihrer Arbeit online verrichten und mit Kassen abrechnen.

Das Problem mit den Wartezeiten wird sich dagegen nicht lösen. Bestenfalls die Zeit, die der Patient auf dem Weg zur Praxis braucht, wird eingespart. Aber Schuld an den langen Wartezeiten sind die vielen Patienten und die wenigen Therapeuten. Und natürlich der Unwille der Berufsgruppen, die Zulassungsbedingungen zu lockern. Patienten sind im Gesundheitswesen schlicht auch Kapital. Das gibt niemand, der es hat, so einfach aus der Hand und überlässt es anderen.

Die Patienten sind dabei aber nicht nur die Opfer. Ihre Devise ist es oft, lieber noch sechs Monate warten und leiden, anstatt sich um Überbrückung umschauen. Was verdrängt wird, ist, dass diese Strategie die langfristigen Folgen noch weiter vertieft.

Es ist wie bei Zahnschmerzen. Es passiert etwas, dann tut es weh. Man wartet aber noch ab, Vielleicht vergeht es wieder. Doch dann kommt der Schmerz mit mehr Intensität zurück. Jetzt schaut man sich um, aber bei dem einen passt der Termin nicht, bei dem anderen geht es nur vormittags, beim dritten hat man selber Wichtiges zu tun ... der Termin schiebt sich so weiter nach hinten. Wird schon nicht so schimm werden. Am Ende sitzt man dann im Behandlungsstuhl und jetzt ist der Zahn so hinüber, dass er raus muss. Klar, die Kasse übernimmt, aber seitdem muss man langfristig statt mit einem Zahn mit dem Ersatz im Mund herumlaufen. Wäre man nur früher gekommen. Aber genau das wollte man nicht. Lieber Schmerzen aushalten.

Und leider muss es noch einmal erwähnt werden: Psychische Schmerzen dauern in der Regel länger als körperliche. Corona wäre eine Lernchance, die Zeichen stehen so, dass sie vertan wird.

Quellen

  • hier der Artikel auf msn
  • zur Grafik des Handelsblattes 
  • über Wirksamkeit von Online-Therapie-Angebote wird hier berichtet, zur Wirsamkeit gibt es hier eine Metastudie

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