2. November 2015

Konflikte überall - aber welche Kriterien lassen eine gute Entscheidung erkennen?

Die Entfernung zwischen Gehirn und Herz ist ungefähr 50 Zentimeter. Unsere Nervenleitung ist so schnell, dass ein Impuls diese 50 Zentimeter in weniger als eine tausendstel Stunde zurücklegt. Soviel zu unserem Körper. Bezüglich unseres Verstandes jedoch stellt der Philosoph Leibniz fest, dass der Weg zwischen Verstand und Herz ein sehr sehr langer ist.


Leibnitz misst natürlich nicht die physische Wegstrecke, sondern inwieweit ein Mensch in sich die Fähigkeit ausgebildet hat, seine Entscheidungen, die er mit dem Verstand trifft, in Einklang mit seiner ganzen Person zu bringen. Denn nur dann, sind diese Entscheidungen richtige Entscheidungen.

„Richtig“ meint hier nicht, ob am Ende ein Erfolg herauskommt. „Richtig“ heißt, ob man die Logik der Vernunft mit der der Güte, dem Mitgefühl und dem jeweils Sinnvollen (nicht mit dem Nützlichem!) paaren konnte.


Ohne Güte, Mitgefühl und dem Sinnvollen hat man als Ergebnis seiner Entscheidung nur eine Berechnung. Ohne Logik und Vernunft hat man Naivität.


Vielleicht sind wir Menschen jetzt, wenn wir die Wahl haben, lieber berechnend als naiv, aber eines ist sicher: Weder berechnende noch naive Menschen schaffen ein gutes Leben. Sie reden es sich bestenfalls schön.

Naivität führt dazu, von den Wechselfällen des Lebens herumgeworfen zu werden. Aber ein Leben, das berechnend gelebt wird, scheiter an der eigenen Einsamkeit und an der unterlassenen Hilfeleistung durch andere. Naivität landet in einer rosaroten Brille, Berechnung in der Ideologie, dass das Leben ein Kampf oder Krieg ist. 


Man kann sich also entscheiden, ob man lieber Hello-Kitty-Designer werden will oder der IS beitreten sollte. Beides sind aber gravierend Entscheidungen, die mit der Realität nicht zurecht kommen.


Naivität oder Berechnung - bei manchen Menschen kann man es beinahe körperlich spüren, wenn sie den Raum betreten. Sie leben jeweils eine Extremposition und können sich nicht vorstellen, dass es auch andere Haltungen gibt - die vielleicht sogar besser wären. Aber wo es um geistige Einstellungen geht, stimmt der Satz, dass jeder seines Glückes Schmied ist.


Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt. (Siddharta Gautama, genannt Buddha)

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