7. Oktober 2017

Untreue - was Kinder daraus lernen Teil 1

Nudelholz für Untreue
Nudelholz für Untreue
(Photo credit: schoschie)
Jemand hat eine Affäre neben seiner Partnerschaft. Das ist nicht unbedingt sehr selten. Aber was lernen die Kinder aus einer solchen Geschichte?
Wie gehen sie damit um?
Welche Lebensregeln bekommen sie mit?

Begleiten Sie mich zu Utes Geschichte:


Ute war eine typische Achtjährige. Ihre Hobbys waren Radfahren, Zeichnen und mit ihren Freundinnen spielen. Sie liebte Mama und Papa und wurde geliebt.
Eines Tages, als Ute aus der Schule kam, stellte ihr ihre Mutter zwei Mädchen in ihrem Alter vor. Sie sagte, dass die zwei ab jetzt öfters da wären, weil sie sich ein bisschen um die beiden kümmern würde. Ihr Vater, ein Freund, bräuchte ab zu zu jemand, der auf sie aufpasse. Ute nahm es so, wie es gesunde normale Kinder eben nehmen: Sie freute sich auf ihre neuen Spielkameradinnen.

Die zwei kamen auch ziemlich oft herüber. Ihr Vater lieferte sie jedesmal ab, bevor er wieder losfuhr. Mit der Zeit jedoch blieb er länger ... und länger. Gerade auch, wenn Utes Vater nicht zu Hause war. Manchmal war er auch noch da, als Ute sich schon längst im Bett befand. Irgendwann nannte ihn Ute "Onkel".


Ihrem Vater begann das irgendwann aufzufallen:
"Wie oft siehst du denn den Onkel?", fragte er nach.

"Er kommt fast jeden Tag herüber, wenn du nicht da bist." 

Ute merkte noch, wie das Gesicht ihrer Mutter starr wurde, sie verstand nur nicht, warum.
Auch ihr Vater blickte jetzt sehr, sehr ernst und stellte der Mutter plötzlich lauter Fragen. Mit jeder Frage wurde es lauter und lauter. Dann schickten sie Ute auf ihr Zimmer.

Ute verhielt sich ganz still, und lauschte auf die Sprachfetzen, die zu ihr herauf drangen.
"Er ist nur ein Freund", und: "Ich werde doch wohl noch Freunde haben können.", und: "Warum vertraust du mir nicht?"
Schließlich glaubte sie zu hören, dass ihre Mutter versprach, den Onkel nicht wieder zu sehen, wenn es das sei, was ihr Vater wollte. Dann war Ruhe.
Als ihre Eltern später kamen, um sie ins Bett zu bringen, schien alles wieder normal.
Die Tage vergingen. Im Haus schien wieder die Routine eingekehrt zu sein und Ute hatte die Horrornacht schon vergessen, als ihr Vater wieder auf Geschäftsreise ging. Utes Mutter erzählte ihr, dass sie dringend weg musste, sich aber der Babysitter um sie kümmern würde. Wohin sie so dringend weg musste, sagte sie nicht. Als Mutter das Haus verließ, sah ihr Ute von Fenster aus nach. Sie sah den "Onkel", wie er ihrer Mutter ins Auto half.
Warum traf sich ihre Mutter mit ihm, wo sie doch Vater versprochen hatte, es nicht mehr zu tun?

Auch sonst tat ihre Mutter Dinge, die sie vorher nicht getan hatte. Zum Beispiel, als Vater nach seiner Rückkehr sie fragte, ob sie den "Onkel" wieder gesehen hatte, sagte ihre Mutter ganz klar: "Nein".
"Sie lügt und man soll doch nicht lügen", dachte sich Ute.

Ihr Vater schien ihrer Mutter auch nicht so recht zu glauben, denn er fragte immer weiter. Schließlich schrie ihre Mutter, dass sie es nicht mehr aushalte, es sei schließlich ihr Leben und er hätte kein Recht, sie so ins Verhör zu nehmen.

Ute fragte sich, was denn ein Verhör sei, offensichtlich war es jedoch etwas Schlechtes. Denn ihre Mutter stürmte nach oben, packte einen Koffer, stopfte ihn mit Kleidung und Reiseutensilien voll, gab Ute einen Kuss, sagte, sie würde sie morgen wieder sehen und verließ das Haus. Zurück blieben Ute und ein schweigender Papa.
Ute verstand nun gar nichts mehr. Sie dachte, es wäre ihr Fehler. Irgend etwas musste sie getan haben, und jetzt ist ihre Mutter fortgegangen, um sie zu bestrafen. Tränen traten Ute in die Augen und dann heulte sie los. Sie wollte es so gerne wieder gut machen, wenn sie nur wüsste, was sie denn getan hatte. Ihr Vater versuchte sie zu trösten, aber es half nichts. Ute weinte sie sich in den Schlaf.

Am nächsten Tag sprach sie kein Wort. Weder zu Hause, noch in der Schule. Ihre Lehrerin fragte zwar, was denn los sei, aber Ute blieb stumm. Die Tränen in ihren Augen konnten jederzeit wieder hervorkommen.
Sie kamen auch, und zwar, als ihre Mutter wieder vorbei schaute. Ute bettelte, dass sie doch wieder heim käme, versprach, jeden Tag ihr Zimmer aufzuräumen, den Tisch zu decken und beim Anziehen kein Theater mehr zu machen. Es funktionierte nicht. Ihre Mutter ging weg. Erst einen Monat später wird sie Ute wiedersehen.
Jetzt hatte anscheinend ihre Mutter ihre Meinung geändert, denn sie wollte wieder bei ihnen einziehen. Ute war total aufgeregt, als sie die gute Nachricht hörte. Doch so war es nicht. Zu Utes Entsetzen wurde ihr gesagt, dass ihre Mutter mit einen Rechtsanwalt - was immer das sei - ihren Vater gezwungen hat, auszuziehen und Ute zu verlassen, damit sie jetzt alleine einziehen konnte.

Ihr Vater war während des letzten Monats Utes einzige Stütze gewesen. In einer Zeit, in der ihre Welt zu Bruch gegangen war, war er das einzig Verlässliche, was ihr noch geblieben war. Und jetzt würde sie das auch noch verlieren.

Was Ute noch nicht wusste: Das alles war erst der Beginn. In den kommenden Tagen und Monaten wird sie Lektionen über das Leben lernen, die sie nicht mehr vergessen wird.

Was daraus folgt ... das veröffentliche ich im Folgenden, der Beitrag wir sonst zu lang. Bleiben Sie dran!

Quellenhinweis:

Dass hier alle Namen und Identifikationsmöglichkeiten der handelnden Personen anonymisiert und verfremdet wurden, ist in seiner Selbstverständlichkeit wohl keiner Erwähnung Wert. Ich erwähne es hier trotzdem.
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