7. Juni 2015

"BeziehungsElend" oder warum manchen Paaren nicht zu helfen ist

Elend station with a railbus. Nederlands: Stat...
Elend station with a railbus. Nederlands: Station Elend. (Photo credit: Wikipedia)
Dass man sich in einer Beziehung selber im Weg ist, ist nichts Außergewöhnliches. Das passiert jedem von uns. Und das meistens mehrmals.
Aber bei manchen Paar kippt es so weit, dass die beiden förmlich ins Unglück rennen. Nicht mit einem großen Knall, sondern so langsam und schleichend, peux à peux. Ähnlich wie jemand im Treibsand versinkt.
Hier ein Fall und was passiert, wenn Sie in ihrer Beziehung etwas ganz Bestimmtes nicht hinkriegen

Zu den Fakten

In der Ehe ist nichts mehr los. Irgendwie sind sie zusammen verheiratet, aber ihr Leben? Elisabeth Taylor hätte es in dem Klassiker "Die Katze auf dem heißen Blechdach" nicht besser ausgedrücken können:


Wir leben nicht zusammen, wir bewohnen nur den selben Käfig.



Das Ganze ist, wie schon die Lösungsversuche bezeugen, ziemlich verfahren.

Wäre Trennung das Beste? Auch für ihre Kinder? Dass nämlich ihre Mama noch dazu nachts bei ihnen im Zimmer schläft .... verflucht, die Jungs sind 16 und 14. Das geht schief. In einer solchen Situation sucht jeder nach einem Ausweg. Nicht immer mit Erfolg.

Was kann man tun? 

Die Antwort ist simpel. Nichts! Die beiden versuchen seit Jahren jeder für sich Lösungswege. Und die vergrößern das Problem auch seit Jahren.
  • Sein Lösungsweg: Er versucht so viel Körperkontakt wie möglich zu bekommen, um den Verlust zu kompensieren. Allerdings bei anderen Frauen. Nicht gut! Es fühlen sich nur eine größere Anzahl Frauen belästigt.
  • Ihr Lösungsweg: zweimal pro Woche zum Beichten (das kommt wohl nur noch in Bayern vor) - bringt seit Jahren auch nichts. Vielleicht kommt sich der Beichtvater wichtig vor (was dann leider meistens dazu führt, dass er nicht das tut, was geboten wäre: die Frau zu einen Fachmann / Fachfrau zu schicken), aber mehr passiert nicht. (Hoffentlich kommt das nur noch in Bayern vor, sonst wäre es schlecht um ganz Deutschland bestellt) 
Im Endeffekt bewegt sich also gar nichts, nur dass andere Leute mit hineingezogen werden. Leider aber sind die nicht hilfreich. Ein klassischer Fall von: Wenn die Lösung das Problem ist. Man kann nicht helfen, wenn die Betroffenen keine Hilfe annehmen.

Was die beiden tun müssten

Einstein hat einmal gesagt, verrückt sei es, immer das Selbe zu tun und als Ergebnis etwas anderes zu erwarten.
  • Das erste, was er tun müsste, ist zugeben, dass er ein Problem hat, das er selber nicht mehr lösen kann.
  • Das erste, was sie tun müsste,  ist zugeben, dass sie ein Problem hat, das sie selber nicht mehr lösen kann.
  • Das zweite, was beide tun müssten, ist, sich professionelle Hilfe holen.

Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass ein Betatschen (oder als Steigerung ein Seitensprung?) von anderen das repariert, was die Beziehung nicht hergibt.  Es ist ein Irrtum, dass irgend ein Gott einem etwas von Himmel schickt, was die Beziehung repariert.

 
Die Probleme sind auf der Erde und in der Beziehung und genau dort muss man sie anpacken.

Werden die Beiden sich Hilfe holen? Unwahrscheinlich. Warum?

Sie haben bislang jahrelang ihre Strategie gefahren. Es hat sich eingeschliffen. Es ist wie bei einem Alkoholabhängigen: Wenn jemand nicht den Punkt erreicht, an dem er an sich selber zerbricht, ist keine Wende möglich. Um aufstehen zu können, muss man erst am Boden gelegen haben.

Natürlich sind ihre Verhaltensweisen ein Hilfeschrei, aber sie schreien vor einer Tür, hinter der niemand wohnt. Trotzdem machen sie immer weiter. Sie hören nicht auf diejenigen, die sagen, geh doch zu einem Fachmann / Fachfrau.


Ich habe Mitgefühl mit solchen Menschen. Sie hätten die Chance auf ein besseres Leben in der Partnerschaft. Aber sie folgen ihren eingetretenen Pfaden und schauen nicht nach rechts oder links. Wie jemand, der starke Zahnschmerzen hat, aber jeden, der ihm rät, zum Zahnarzt zu gehen, mit Augenrollen und Kopfschütteln antwortet.

Ich hoffe für die beiden, niemand kommt auf den Gedanken, dass sie ihre Situation als Opfer für  - keine Ahnung für was - ansehen sollten (dieser Gedanke aus antiken Opferreligionen sollte im 21. Jh. nichts mehr verloren haben, aber gegen Dummheit kämpfen ja selbst Götter vergebens). Laut Erfahrung zementiert so eine Weltsicht das Unglück erst Recht.
Das Wichtigste, das man leisten muss, um die eigene Beziehung zu retten: akzeptieren, wenn man Hilfe annehmen muss. So, wie die beiden sich verhalten, sind sie immer weiter auf der Verliererstrasse. Leider.

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